Ein Jahr nach Cambridge Analytica: Was haben wir aus dem Skandal gelernt?

Updated: Mar 26, 2019

Letztes Jahr wurde eine unbekannte Firma namens Cambridge Analytica über Nacht zu einer der am meisten diskutierten Unternehmen. Darum ist der Jahrestag des Cambridge Analytica-

Skandals diese Woche ein heisses Gesprächsthema. Unser CEO Derek Roga analysiert, was wir in einem Jahr wirklich gelernt haben. Lesen Sie seine Gedanken in dem folgenden Artikel für SC Media. STELLUNGNAHME von Derek Roga




Die Gesetzgebung allein reicht nicht aus, um Unternehmen davon abzuhalten Daten zu missbrauchen. Bis jemand von einer erheblichen Bestrafung eingeholt wird, werden die Daten weiterverarbeitet und nzureichend verwendet.

Vor einem Jahr wurde eine wenig bekannte Firma namens Cambridge Analytica über Nacht zu einer der am meisten beachteten Unternehmen der Welt.

Seit dem Jahr 2013 hatte die politische Beratungsfirma ihr Geld durch den Abbau und die Analyse von Daten verdient. Die Daten kombinierte sie mit strategischer Kommunikation und beeinflusste damit im Wesentlichen Wahlen und andere politische Prozesse. Anfang März 2018 machte das Unternehmen jedoch weltweit Schlagzeilen. Es wurde bekannt, dass die persönlichen Daten von Millionen Menschen über Facebook und in Partnerschaft mit dem Social-Media-Riesen

(miss)braucht wurden. Der Facebook Wert fiel in den folgenden Tagen um über 100 Milliarden US-Dollar (75 Milliarden US-Dollar). Es wurde als der entscheidende Moment in Bezug auf personenbezogene Daten und deren fragwürdige Verwendung durch grosse Unternehmen bezeichnet. Facebook ging jedoch weiter, erholte sich seitdem und verlor nur fünf Prozent seiner britischen Benutzer. US-Benutzer hingegen nutzten Facebook im Zuge des Skandals tatsächlich mehr. Mark Zuckerberg, CEO von Facebook, entschuldigte sich und sagte, der Skandal sei ein "Vertrauensbruch". Das Unternehmen wurde vom ICO mit einer Strafe von nur 500.000 GBP belegt. Cambridge Analytica wurde zudem mit einer Geldstrafe von 15.000 GBP verurteilt. Die Gründer haben seitdem ein anderes politisches Beratungsunternehmen gegründet. Kurz gesagt, nichts hat sich wirklich geändert.


Timing ist alles

Man könnte argumentieren, dass der Zeitpunkt des Skandals für Facebook ein Glücksfall war. Hätte man das nur sechs Wochen später entdeckt, wären die Folgen viel schlimmer gewesen. Der zahnlose Charakter der ICO-Geldbusse wäre erheblich verstärkt worden, wenn der Skandal unter die DSGVO (europäische Datenschutz- Grundverordnung) gefallen wäre. Im Januar dieses Jahres wurde Google mit einer Geldstrafe von 44 Millionen GBP belegt. Sie hatten nicht die Zustimmung der Nutzer zur Verwendung von Daten bei der Personalisierung von Anzeigen eingeholt.

Es gibt nun Gesetze, damit Benutzerdaten geschützt werden. Das stellt eine echte Bedrohung für Unternehmen dar, wenn dies nicht eingehalten wird. Die potenziellen Geldbussen betragen bis zu vier Prozent des weltweiten Unternehmen-Umsatzes. Wäre die DSGVO zu diesem Zeitpunkt in Kraft gewesen, hätte Facebook mit einer Geldstrafe von gegen 2 Milliarden US-Dollar (1,5 Milliarden GBP) für den Cambridge-Analytica-Skandal verurteilt werden können. Gesetzgebung an sich stellt keine Abschreckung dar. Unternehmen werden vor Datenmissbrauch nur abgehalten, wenn sie wissen, dass die Gesetzgeber ihre Rechts-Versprechen einhalten und die Geldbussen in jedem Fall durchsetzen. Bis jemand von einer bedeutenden Bestrafung getroffen wird, werden jedoch die Daten weiterverarbeitet und zweifelhaft verwendet.


Verantwortung der Verbraucher

Bevor die DSGVO wirklich greift, muss die Verantwortung für personenbezogene Daten letztendlich von den Benutzern selbst übernommen werden. Nur so wird sich jemals eine bedeutsame Änderung ergeben. Wir haben gesehen, dass Unternehmen wie Facebook, auf Verbraucherdaten angewiesen sind. Um Einnahmen zuerzielen, werden sie immer versuchen, alles aus ihren Nutzern herauszuholen.

Wir müssen die Macht und die Bedeutung unserer Daten erkennen. Sie haben die Macht, die Unternehmensstrategie zu beeinflussen, Trends in der Gesellschaft aufzuzeigen, Einfluss auf die Denkweise der Gesellschaft zu nehmen und sogar Wahlen Richtung zu geben. Erheblich Risiken im Vergleich zu möglichen Belohnungen müssen von den Benutzern abgewogen werden. Sie müssen sich fragen, ob die Übergabe ihrer Daten den Gegenwert wirklich wert ist. Unternehmen haben vorerst nur ein ganzes Jahr von den Erkenntnissen von Cambridge Analytica gelernt. Bis jetzt sind sie immer damit durchgekommen, dass sie mit Daten, wie sie wollten, so fragwürdig umgehen. Zum Glück wurde die Gesetzgebung wie die DSDPR inzwischen durchgesetzt, und Unternehmen haben ernsthaft darüber nachgedacht, wofür sie unsere Daten verwenden.

Dies könnte in Verbindung mit einem grösseren Bewusstsein der Verbraucher eine neue Ära für den Schutz personenbezogener Daten einleiten. Selbst ein Jahr nach dem Cambridge Analytica-Skandal gibt es noch einige Schritte zu tun. Die aus dem Skandal gezogenen Erkenntnisse müssen in die Praxis umgesetzt werden, damit die Verbraucher die Kontrolle über ihre Daten zurückerhalten. Beitrag von Derek Roga, CEO von EQUIIS Technologies.

* Hinweis: Die Ansichten in diesem Blog sind die des Autors und

spiegeln nicht unbedingt die Ansichten von SC Media UK oder Haymarket Media wider.

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